Angepinnt Wie viel und wie oft sollte man Wasserwechsel im Garnelenbecken betreiben?

      Wie viel und wie oft sollte man Wasserwechsel im Garnelenbecken betreiben?

      Wenn man so herumfragt wie viel Wasserwechsel man im Garnelenaquarium durchführen soll, so hört man vielleicht:

      10% pro Woche
      20% pro Woche
      30% pro Woche
      50% alle 14 Tage
      usw.

      Das kann alles richtig sein. Aber warum "kann" ?

      Die Frage nach dem Wasserwechsel wird bei Nachfragen von neuen Haltern meistens in 2 Sekunden in genau 3 Worten erklärt. Das Problem dabei ist, der neue Halter nimmt es auf und führt es so lange durch bis die Garnelen in einem Zeitraum von x - xx Monaten plötzlich langsam weniger werden. Junge kommen schon länger keine mehr oder sind nach kurzer Zeit "verschwunden". Was ist passiert?

      Kurz: Werden zu wenig Schadstoffe verdünnt die tagtäglich im Aquarium entstehen, dann schaukeln sich diese Schadstoffe auf. Ab einem bestimmten Konzentrationslevel quittieren die Garnelen dies mit einer beginnenden bakteriellen Infektion. Das Immunsystem kann gegen die Belastung nicht mehr ankommen und die Garnele wird krank und verstirbt letztendlich. Dieses "sterben" passiert nach und nach über Wochen oder gar Monate.

      Halten wir fest, die sich vermehrenden Schadstoffe im Aquariumwasser sind schlecht und es muss durch Wasserwechsel verhindert werden, dass sich immer mehr Schadstoffe im Wasser ansammeln. Nun fragt man sich also, wie viel Wasserwechsel muss ich den machen, dass sich da nichts ansammeln kann? Um diese Frage zu beantworten muss erst einmal verstanden werden woher diese Schadstoffe kommen:

      Woher kommen die für Garnelen gefährlichen Schadstoffe im Aquariumwasser?
      Die Schadstoffe kommen von jeglichem organischem Material. Organisches Material ist ein Futterstückchen, Erlenzäpfchen, Laubblatt, Seemandelbaumblatt, Seemandelbaumrinde, Pflanzendünger - also fast alles was ins Aquarium gegeben wird damit es den Garnelen gut geht. Wieso schadet das also?:

      Alles was sich zersetzen kann und aus dem Auge verschwindet, ist nicht "weg", es ist aufgespalten und die Reststoffe davon schwimmen unsichtbar im Wasser. Ein Futterstückchen wird von den Garnelen gefressen, Garnelen scheiden Reste aus, diese werden ggf. von Schnecken gefressen, diese scheiden ebenfalls Reste aus - bis dahin sieht man das vielleicht noch, dann kommt die Mikrofauna: Bakterien, Einzeller und die 100ten verschiedene andere Lebewesen die man mit dem Auge vielleicht gar nicht sieht und fressen die Überreste. Aber auch diese Lebewesen scheiden Reste vom Futter aus. Ganz am Schluss dieser Kette bleiben Stoffe übrig die mineralisiert im Wasser schwimmen. Dann kommen die Pflanzen, diese nehmen Stoffe davon auf - aber nicht alle und nicht restlos. Wir sind nun am Ende der Kette angelangt und das was keiner will oder verwerten kann schwimmt als Schad- oder auch Abfallstoff unsichtbar im Wasser. Manch einer wird sagen, was schreibt der Tom, meine Wasserwerte, Nitrit, Nitrat, Phosphat usw. sind doch top. Ja, diese mögen okay sein, jedoch um die Schadstoffe welche den Garnelen zu schaffen machen nachzuweisen, muss man das Wasser in einem Labor zur Analyse geben und untersuchen lassen. Man kann diese Stoffe also nicht alle messen und selbst feststellen wie viel belastende Schadstoffe im Wasser sind.

      Wenn das soweit klar ist stellen wir uns die Frage des "Wie viel Wasserwechsel" erneut. Dann kombinieren wir, es kommt also auf die Menge an organischem Material an, welches dem Aquarium zugeführt wird. Da jeder Halter anders füttert und mehr oder weniger organisches Material einbringt, ist nun klar warum ein x% Wasserwechsel der beim einen funktioniert beim anderen nicht funktionieren muss.
      Halten wir fest, das Wasser wird kontinuierlich schlechter, aber wir wissen nicht wie schlecht. Also kann man nicht sagen wieviel % Wasserwechsel nun "genug" wäre.

      Da ich aber niemand im Regen stehen lassen möchte, hier eine Möglichkeit wie man es machen kann:

      Wie macht man es richtig
      Mindestens 50% pro Woche, jedes 3te mal 90% (so das die Garnelen gerade noch schwimmen können). Durch diese Vorgehensweise ist ohne überlegen zu müssen und Risiko los ausreichend Wasserwechsel betrieben worden. Alle 3 Wochen wird das Aquarium nun auf Status "Frischwasser" geholt was den Garnelen sehr gefällt und sie es durch ein langes gesundes Leben und viele Junge danken werden.

      Ein Effekt der noch zu bedenken ist, ist die Menge des Wassers. Man sagt größere Aquarien laufen stabiler. Ja, sie laufen stabiler weil es länger dauert bis die bedrohliche Schadstoffgrenze ggf. erreicht ist, unter Umständen bei richtig großen Aquarien mit z.B. 500 Liter Jahre. Faktisch kann der Zeitraum bis die 90% fällig sind bei größeren Aquarien gestreckt werden. Meine Angaben beziehen sich hier bis zu einem 60 Liter Aquarium. je kleiner das Aquarium ist, desto mehr Wasserwechsel ist zu empfehlen. Bei einem 10 Liter Aquarium, in dem effektiv vielleicht 8 Liter Wasser sind würde ich jede Woche 90% wechseln, weniger wechseln ist einfach mehr Risiko die schädigende Schadstoffgrenze zu überschreiten.

      Garnelen sterben bei zu viel Frischwasser?
      Es gibt nun Halter, diese betreiben schon länger spärliche Wasserwechsel. Dann wird bei Problemen ein sehr großer Wasserwechsel durchgeführt und mit Pech hat man am nächsten Morgen tote Garnelen im Aquarium. Schon oft hörte ich dann, "zu viel Wasserwechsel ist schädlich, die Garnelen sterben dann". Dazu ist zu sagen, die Garnelen können in dieser Konstellation deshalb sterben, da der Wasserunterschied von Alt- auf Frischwasser einen großen osmotischen Druckunterschied darstellt. Es ist das gleiche Prinzip wie wenn man neue Garnelen bekommt, diese müssen langsam an das neue Aquariumwasser gewöhnt werden, damit sie sich dem unterschiedlichen Wasser vom Transport zum Aquarium langsam anpassen können.

      Wie gewöhnt man Garnelen nun richtig von Altwasser auf Frischwasser um?
      Sind Sie der Meinung, das Sie zu wenig Wasserwechsel betrieben haben, dann machen Sie nicht den Fehler auf einmal ganz viel zu wechseln. Machen Sie dies einmalig stufenweise:

      Am ersten Tag 30% Wasserwechsel
      Einen Tag später 60% Wasserwechsel
      Am nächsten Tag 90% Wasserwechsel

      Nun sind wir schonend auf Frischwasser umgestiegen und können es bei der oben empfohlenen Wasserwechselmenge auch so halten.

      Das war die Wechselempfehlung, der jetzt nachfolgende Text ist für die, die es noch genauer wissen möchten.


      UPDATE DES BEITRAGES (10.05.2017)

      Es geht um die Aussage "Mein Züchter sagt, er wechselt 10 bis 20% Wasser alle 14 Tage und es läuft bei ihm Bombe. Bei mir läuft es aber nicht so gut". "Bombe" ist erst mal der Ausdruck für es läuft gut. Was "gut" bedeutet, ist erst mal Ansichtssache was man wohl erst richtig bewerten kann wenn man Unterschiede in verschiedenen Haltungsmethoden kennen gelernt hat. Erst heute hatte ich wieder ein Telefonat (auch der Ausschlag dieses update endlich zu schreiben):

      Fragender:
      Mein Züchter wechselt 10 bis 20% Wasser alle 14 Tage, ich habe es auch gemacht, es läuft nicht gut. Ich setze Akadama ein und mein Nitrat liegt bei 20 mg/l.

      Meine Antwort:
      Woher kommt das viele Nitrat? Das ist zu viel. Wie sich herausstellte wohl weil gut gefüttert wird und prinzipiell zu wenig Wasserwechsel betrieben wird.
      Die Frage: "Ja aber bei meinem Züchter läuft es doch auch so - mit wenig Wasserwechsel" ist folgendermaßen zu beantworten:

      Erhöhter Nitrat ist "nicht alles". Ist Nitrat erhöht, sind auch andere Werte erhöht. Im Wasser, sind nicht nur die ~ 7 Werte die wir mit unserem Testkoffer messen können, es ist weitaus mehr im Wasser. Ein Futterstück, produziert aus organischem Material das aus Nährstoffen "gewachsen" ist (Artemia, Laub z.B.) besteht aus viel viel mehr. Kleines aber nicht vollständiges Beispiel: Was benötigt ein Organismus (Tier, Pflanze) zum wachsen: Da sind schon mal Spurenelemente, etwa 16 essentielle und einige weitere. Also: Nahrung für Garnelen enthält Spurenelemente. Wird nun gefüttert, dann wird nicht alles der Spurenelemente verwertet, es wird ausgeschieden - bleibt übrig im Kot - was keiner in der Menge verwertet. Auch nach dem die letzte Bakterie über das letzte verwertbare sich hergemacht hat, bleibt was übrig - letztendlich im Wasser. Was bleibt übrig? Vielleicht Zink oder Rubidium (alles Stoffe die in der Garnelennahrung ist). Die Frage: Können Sie mit dem was ihr Wassertestkoffer hergibt Zink oder Rubidium messen - nein, natürlich nicht. Und die 100te anderen Stoffe die ich nicht aufzähle auch nicht!
      Älteres Aquariumwasser enthält mit der Zeit also weitaus mehr als nur Nitrat, Nitrit oder das was wir messen können. Verständlich? Dann verstehen Sie auch, dass man der Aussage die man häufig trifft "Meine Garnelen sterben, aber das Wasser ist TIPTOP" mit der Frage begegnen sollte, ob den eine Wasseranalyse im Labor durchgeführt wurde? Kosten gehen da bei 150.- Euro los. ERST DANN kann man sagen anhand des Ergebnisses, dass das Wasser TIPTOP ist oder eben nicht.

      Okay, jetzt zum Thema warum es beim Züchter mit dem wenigen Wasserwechsel funktioniert: Es liegt an der Aquarium Einrichtung.
      Ein Beispiel anhand Nitrat:
      Das in geringen Mengen schädliche Nitrit - das durch das füttern im Wasser entsteht - wird im Aquariumfilter von Sauerstoff liebenden Bakterien zu Nitrat gewandelt. Erst mal eine prima Sache! Wenn man zu wenig Wasserwechsel betreibt, dann sammelt sich also Nitrat im Wasser an. Nitrat über ~ 10 mg/l ist kritisch zu sehen bei Garnelen und hat negative Auswirkungen. Was passiert beim Züchter, der nur alle 14 Tage etwa 10% Wasser wechselt und es "Bombe" läuft, da müsste doch das Nitrat durch die Decke schießen. Und beim anderen, der das selbe macht läuft es ganz schlecht? Wo ist der Unterschied? AM FILTER! Ich erkläre es am Beispiel des HMF, des Hamburger Mattenfilters:

      Viele "normale" Halter, setzen den z.B. Pat Mini von Aquael ein. Ein supertoller und sehr erfolgreicher Filter. In Zuchtbecken werden aber vom Züchter "dicke" Filter eingesetzt. Um zu verstehen, warum ein "dicker" Filter ganz anderes leistet als ein schnuckliger Pat Mini muss ich ins Detail:
      Ich habe oben geschrieben, dass Nitrit im Filter zu Nitrat umgewandelt wird. Nitrat wird sich ansammeln, deshalb muss es mit dem Wasserwechsel entfernt werden. Im Züchterbecken funktioniert das anders, da gibt es ggf. keinen Nitratüberschuß, es wird mit dem "dicken" Filter mit abgebaut - was der Pat Mini niemals leisten kann.

      Wieso baut der Züchterfilter Nitrat ab und mein Pat Mini nicht?
      Das liegt an den Bakterien im Filter. Bakterien, die Nitrat abbauen können mögen keinen Sauerstoff! Sie leben in sogenannten aneroben Zonen, also Zonen ohne Sauerstoff und "fressen" dort Nitrat. Diese Zonen sind z.B. tief im Bodengrund. Es dürfte klar sein, dass tiefer im Bodengrund keine so prickelnde Wasserzirkulation statt findet. Also hält sich das Nitrat fressen/abbauen im kleinen Rahmen. Bei einem dicken Züchterfilter sieht das schon ganz anders aus. Eine Filtermatte, die 5 cm stark ist kann auch die Nitrat abbauenden Bakterien beherbergen. Man muss sich das so vorstellen wenn man die "dicke" des Filters betrachtet: Das Wasser (mit allen Schadstoffen!!) wird angesaugt und geht in den Schwamm rein. Gleich zu anfangs, da trifft das Wasser auf die Sauerstoff liebenden Bakterien - die Nitrit zu Nitrat wandeln -. Dann geht es weiter für das Wasser im "dicken" Schwamm. Nitrit ist jetzt zu Nitrat geworden. Wenn der Schwamm "dick" genug ist, dann kommen plötzlich die Bakterien die unter Sauerstoffausschluß leben, also die, die Nitrat umwandeln. Das ist praktisch: Vorne sitzen die Bakterien, die die Nahrung für die dahinter sitzenden "produzieren". Und da die vorne sitzenden für Ihre Arbeit ordentlich Sauerstoff verbrauchen, ist nach der Verarbeitung von Nitrit zu Nitrat auch kein Sauerstoff mehr im Wasser - UND DAS, dass kein Sauerstoff mehr Wasser ist ermöglicht erst die Ansiedlung der Sauerstoffabstinenzler Bakterien welche wie im Schlaraffenland leben, da die Bakterien Kollegen vor ihnen für sie ihren Lebensraum & Nahrung produzieren. Das Endresultat ist, ein solcher "dicker" Filter macht nicht nur aus Nitrit das Nitrat, er eliminiert auch noch Nitrat! Und Nitrat war jetzt nur EIN STOFF (von 100ten) im Wasser, es werden natürlich die vielen anderen (Rubidium Überschuß z.B.) mehr oder weniger mit abgebaut. Ein Pat Mini kann dieses niemals leisten.

      Ist es nun klar, warum der Züchter mit 10% Wasserwechsel alle 14 Tage auskommen kann und es "Bombe" laufen kann?
      Der Leser dieser Wasserwechselempfehlung für das Garnelen Aquarium inkl. diesem Update hier kann sich vorstellen, dass man das was in diesem gesamten Beitrag steht, wenn jemand fragt "Wie viel Wasserwechsel soll ich machen", dann lieber die "sichere" und kurze Anleitung wie oben empfohlen geben anstatt eine Stunde das Setting abzufragen und zu kalkulieren was man wohl empfehlen sollte.
      Züchter, welche nach Kenntnis dieser Infos einem neuen Halter immer noch empfehlen " Alle 14 Tage 10%" ohne die wirkliche Tiefe zu beachten, dass ist einfach fahrlässig und im gesamten nicht zielführend!

      Additional: Wer das Update verstanden hat, versteht auch warum ich persönlich kein Freund bin von Add-Ons wie extra noch "Spurenelemente" ins Aquarium zu geben oder warum ein z.B. Futter mit extra Zusatz A,B,C,D, E,F usw. nicht immer das beste im Garnelen Aquarium ist. Auch wird nun wahrscheinlich verstanden, warum ich z.B. in dem von mir entwickelten Mineralsalzen auf Pharmaqualität bestehe, den in niedrigeren Qualitätsstufen sind Verunreinigungen. Diese Verunreinigungen sind z.B. Spurenelemente. Oder anders rum, schon mal beobachtet was Garnelen machen wenn zuviel an "Selen" sich im Aquarium ansammelt? Genau - weniger ist oftmals mehr. Aber dieses Thema führe ich ein anderes mal weiter aus.
      Liebe Grüße
      Tom
      Hallo Tom,
      da möchte ich das neue Forum doch gerne mal nutzen! Ich kann mich an ein Video von dir erinnern in dem du mal gesagt hast, dass man bei Jungtieren (Babygarnelen) möglichst keine großen WW machen soll, da sie nicht so große Unterschiede des osmotischen Drucks vertragen können.
      Wie soll man das denn da handhaben, denn einen 90%igen WW werden sie dann wohl nur schwer überleben und es gibt Becken, in denen sich dauerhaft Jungtiere tummeln?

      Beste Grüße,
      Christian
      Am besten mit einem Leitwertmessgerät darauf achten, dass man beim Aufsalzen das Frischwasser möglichst nah ans Altwasser anpasst.
      Der osmotische Druck wird durch die Wasserwerte Schwankung verursacht, sind die Werte möglichst gleich sollte da nichts passieren.

      Liebe Grüße,
      Bryan
      Es grüßt: Bryan aus dem schönen Unterfranken :D
      Hallo Christian,

      Chriwu schrieb:

      Hallo Tom,
      da möchte ich das neue Forum doch gerne mal nutzen! Ich kann mich an ein Video von dir erinnern in dem du mal gesagt hast, dass man bei Jungtieren (Babygarnelen) möglichst keine großen WW machen soll, da sie nicht so große Unterschiede des osmotischen Drucks vertragen können.
      Wie soll man das denn da handhaben, denn einen 90%igen WW werden sie dann wohl nur schwer überleben und es gibt Becken, in denen sich dauerhaft Jungtiere tummeln?

      Beste Grüße,
      Christian


      In meinem Video Ein Setup für die Aufzucht von Taiwan Bees empfehle ich spärliche Wasserwechsel. Wer gut aufgepasst hat: Am Anfang im Video sprach ich davon mein "Entlassungsbecken" vorzustellen. Das ist ein spezielles Becken wo ich tragende Garnelen in perfektes (frisch)Wasser einsetze und wo die Muttergarnelen nach dem entlassen wieder entfernt werden. Die Babys kommen mit einem halben Zentimeter ebenfalls wieder raus. In so einem Entlassungsbecken wird nur spärlich gefüttert, das Wasser wird also nur minimalst mit Schadstoffen belastet. Da klappt das dann mit ganz wenig Wasserwechsel.


      Was den alle 3te mal 90% Wasserwechsel betrifft:

      Stellt man sein Aquarium auf Frischwasser um, macht es also so wie vorgeschlagen 1. Woche 50%, zweite Woche 50% und in der 3ten 90% passiert nichts. Warum? Weil das Wasser gar keine Zeit hatte "alt" zu werden und Schadstoffe anzureichern. Bis da langsam die Schadstoffe kommen ist schon wieder 90% dran und anschließend ist das wieder absolutes Frischwasser.

      Das Garnelensterben, welches einsetzt wenn das Schadstofflevel zu hoch wird passiert in der Regel nach 3 - 12 Monaten. Ist eine große Zeitspanne, aber da sieht man was das resthandling ausmacht, also wie viel man füttert und wie viel man wechselt.

      Das Fazit wäre: Der osmotische Druckunterschied ist zu hier vernachlässigbar, den innerhalb 3 Wochen kann sich in der Regel das Wasser bei nromaler Fütterung nicht so stark verändern, als das die Garnelen damit ein Problem bekommen würden, auch nicht die ganz kleinen.
      Liebe Grüße
      Tom

      John.doe.1 schrieb:

      Am besten mit einem Leitwertmessgerät darauf achten, dass man beim Aufsalzen das Frischwasser möglichst nah ans Altwasser anpasst.


      Der osmotische Druck wird durch die Wasserwerte Schwankung verursacht, sind die Werte möglichst gleich sollte da nichts passieren.

      Liebe Grüße,
      Bryan


      Hallo Gemeinde

      Falls ich das nicht richtig verstanden habe klärt mich mal bitte auf.

      Wenn mein Wasser ein LW 250 hat und ich dann 50 oder 90% WW mache mit LW 250 bleib
      T der LW dann bei ca. 250 oder erhöht der sich auch?
      Lieben Gruß Axel :)
      Wenn du mir 250,- überweist und ich überweis dir 250,- zurück, erhöht sich dein Kontostand? ;)

      Also im ernst: Nein. Nimmst du Wasser mit LW250 raus und gibst Wasser mit LW250 wieder rein, bleibt der Leitwert stabil bei 250.

      Oder hab ich deine Frage falsch verstanden?

      Lieben Gruß

      Kirsten
      Alles wird gut....
      ....und wenn mal was nicht gut ist, ist es noch nicht fertig.
      Hallo Axel,
      das Beispiel mit der Colaflasche funktioniert so:

      In unserem Beispiel ist Cola = Schadstoffe

      Nehmen wir ein Aquarium mit Frischwasser und leeren 1 Liter Cola (also Schadstoffe) rein.
      Dann machen wir 30% Wasserwechsel und füllen neu auf mit Frischwasser. Wie viel Cola (also Schadstoffe) sind dann noch im Aquarium? Das wären 0,7 Liter.
      Jetzt kommt wieder ein Liter Cola rein. Wie viel Cola ist es dann im Aquarium? 1,7 Liter.
      Machen wir wieder 30% Wasserwechsel, wie viel Cola bleibt von den 1,7 Liter? Etwa 1,2 Liter. Das heißt das Cola wird trotz Wasserwechsel immer mehr und wir sehen das die 30% WW einfach nicht ausreichen um das Cola im Wasser so zu verdünnen, dass das Wasser besser wird.
      In dem Beispiel hier wird irgendwann nur noch Cola drin sein. Wenn das Cola also Schadstoffe sind, kann man sehen die steigen von Woche zu Woche an und irgendwann wird es auch für die stabilsten Garnelen zu viel.
      Deshalb ist es wichtig immer so viel Wasser zu wechseln, dass die Schadstoffe nicht mehr werden von Woche zu Woche.

      Das Beispiel oben jetzt nicht auf die Goldwaage legen, aber es zeigt im Prinzip verständlich was passiert.
      Liebe Grüße
      Tom
      Hallo zusammen!

      Ich würde hier zu dem Thema noch etwas ergänzen. Wasserwechseln ist schon eine tolle Sache und sollte nicht vernachlässigt werden. Zuerst einmal ist es falsch das sich Schadstoffe immer weiter anreichern. Die Konzentration an im Wasser gelösten unerwünschten Stoffen nähert sich asymptotisch einem Maximum an, welches von Zuwachsraten dieser Stoffe und dem Wasserwechselintervall sowie Menge abhängt. Im großen und ganzen spiegelt der Artikel auch meine Sicht wieder, jedoch ist die Erklärung meiner Meinung nach etwas irreführend. Dass Cola-Beispiel ist eigentlich ein sehr gutes wie ich finde allerdings stellt man auch hier fest dass die Menge an Cola immer langsamer zuwächst und letzten endes stagniert. Stagniert heißt, dass der Zuwachs vernachlässigbar ist, denn theoretisch braucht die Funktion unendlich lange um den Grenzwert zu erreichen. Wie schnell der Grenzwert angenähert erreicht wird hängt dann noch von der Wasserwechselmenge ab. Wenn man mehr als 30% wechselt pro Woche, müssten also nach 1-2 Monaten schon Probleme auftreten, da man dann schon sehr nah am Grenzwert ist. Nach 3 Monaten aller spätestens.

      Ich kann mir kaum vorstellen dass 90% WW ohne sichtbare Probleme hilfreich sein kann. Versteht mich bitte nicht falsch. Sicher ist Sicher! Aber da muss man schon echt ordentlich was ins Becken kippen bzw. sehr hohe Besatzdichten haben. Mit 50% pro Woche wird man den genannten Grenzwert noch früher erreichen. Ich schätze so ca. nach einem Monat. Wenn man also an Besatz und Futter sonst nix verändert hat im Becken und nach 6 Monaten kippen einem die Shrimps um bei 50%/Woche dann liegt es bestimmt nicht daran dass man die 90% nicht gemacht hat, sondern an etwas anderem, da ja bereits nach 1-2 Monaten das Maximum erreicht wurde.

      @Tom,

      Ich habe in einem Video von dir gesehen, wie du in der Garnelenanlage Wasser wechselst. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, so lässt du das aufbereitete Osmosewasser über eine Pumpe in die Becken und über einen Überlauf läuft das Altwasser ab. Da das abfliessende Wasser dabei allerdings kein Altwasser sondern ein Gemisch aus Frischwasser und Altwasser ist, ist diese Methode deutlich ineffektiver als die herkömmliche Variante, bei der man zuerst Wasser entfernt und danach auffüllt. Damit will ich jetzt natürlich nicht deine Methode schlechtreden. Sie wird zweifelsohne funktionieren und dir viel Arbeit ersparen allerdings geht sie mit großzügigeren Wechselmengen einher. So erkläre ich mir dann auch den Ratschlag mit den 90% Wasserwechsel, denn das ist wirklich sehr viel. Kann natürlich sein dass ich das im Video falsch verstanden habe, habe es mir nicht nochmal angeguckt (youtube geht bei mir grade nicht).

      LG,
      Joel
      Hallo Joel,

      das mit dem Video hast du richtig in Erinnerung. Der Tom hat das so wie von dir beschrieben aufgebaut, wechselt im gegenzug damit aber täglich. Der gute hat 2 rießige Tonnen da stehen mit Osmosewasser die täglich frisch mit Shrimp Mineral Gh+ auf einen Leitwert (Tom korriegiere mich ruhig) von 200µs aufgesalzen werden. Anschließend wird das ganze Wasser über ein System an Leitungen in die AQ´s gepumpt.
      Wenn wir otto normalos mit weniger als 20 Becken also einmal die Woche wechseln anstatt wie Tom, täglich mit überlauf usw... ist das wie ich finde trotzdem zu vergleichen.

      Natürlich ist die Variante mit dem Überlauf nicht die optimalste Lösung jedoch funktioniert diese sehr gut. Eine Zeitersparnis hoch 10.

      Nun zum eigentlichen Kern deiner Aussage:
      Was mich jetzt natürlich als hobby Mathematiker wenn man sich selbst denn so nennen darf brennend interessieren würde ist die Funktion von der du sprichst.
      Mit Zeitangaben in jeglicher hinsicht müssen wir vorsichtig sein, denn wir wissen nicht wie viele Tiere leben auf wie viel Liter, welche genauen Werte, Pflanzen, Bakterienstämme, Bodengrund, Temperatur etc. etc. benutzt genau diese Person die gerade mit dir spricht bzw. dashier liest.

      Die Erläuterung von Tom sehe ich persönlich als eine art "Weckruf der Allgemeinheit" und Faustregel die eingehalten werden "sollte". Wenn wir "Profis" das anders machen weil wir unsere Becken und Garnelen, Krabben, Schnecken und Krebse kennen ist das absolut nicht vergleichbar.
      Wir müssen jedoch zum wohle der Tiere die Wasserwechselgeschichte so darstellen das es verständlich wird. Es nützt niemand wenn wir "Profis" unter uns fachsimpeln bis ins unendliche und der Neuling dem es gigantisch viel Spaß macht liest und nach wenigen minuten unterbricht weil es nicht verständlich ist.

      Ich danke dir für deine Erläuterung und falls mir die Funktion zukommen lassen könntest wäre das gigantisch. Hab schon hunderte Ideen was ich damit anstellen könnte um genau dieses Thema voran zu bringen...
      Viele Grüße ^^
      euer Matthias
      Hallo Joel,

      sehe es am besten aus den unbedarften Augen der Neulinge. Dort ist keine Erfahrung vorhanden, der Wasserwechsel in dieser Form verhindert risikolos Probleme. Wo die Grenzen sind bevor die Garnelen eine bakterielle Infektion bekommen ist so unterschiedlich, eben den vielen Parametern entsprechend. Was 100% sicher ist, ist das wenn sie es haben, der Stamm prinzipiell verloren ist wenn man nicht mit harten Mitteln entgegen steuert.

      Birnensalat schrieb:


      @Tom,

      Ich habe in einem Video von dir gesehen, wie du in der Garnelenanlage Wasser wechselst. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, so lässt du das aufbereitete Osmosewasser über eine Pumpe in die Becken und über einen Überlauf läuft das Altwasser ab. Da das abfliessende Wasser dabei allerdings kein Altwasser sondern ein Gemisch aus Frischwasser und Altwasser ist, ist diese Methode deutlich ineffektiver als die herkömmliche Variante, bei der man zuerst Wasser entfernt und danach auffüllt. Damit will ich jetzt natürlich nicht deine Methode schlechtreden. Sie wird zweifelsohne funktionieren und dir viel Arbeit ersparen allerdings geht sie mit großzügigeren Wechselmengen einher. So erkläre ich mir dann auch den Ratschlag mit den 90% Wasserwechsel, denn das ist wirklich sehr viel. Kann natürlich sein dass ich das im Video falsch verstanden habe, habe es mir nicht nochmal angeguckt (youtube geht bei mir grade nicht).

      LG,
      Joel


      Da hast du völlig recht. Ich pumpe jedoch täglich etwa 1,2 m³ Frischwasser in die Anlage was einem überfließenden WW von 10 Liter / Becken entspricht. Da es aber Becken gibt welche trotzdem Schadstoffe aufbauen, gibt es etwa alle 4 Wochen einen manuellen Vollwasserwechsel (bei einigen Becken mit den nicht Mainstream Tieren). Mainstreamtiere erhalten praktisch täglich, an jedem Versandtag automatisch sehr viel WW (bis zu fast 100%), da die Transportwasserentnahme wieder (merhfach) aufgefüllt werden muss. Das Resultat dabei ist, dass die Tiere äußerst stabil sind bei Transport und im Zielaquarium. Ich bekomme das gut mit im Querschnitt des Kundenfeedbacks.
      Das ist auch leicht zu erklären wieso, ich hoffe das ist in etwa verständlich:
      Da Garnelen nur ein rudimentäres Immunsystem haben, sagen wir eine Skala von 1 bis 10, wobei 1 = topfit und 10 = tot, dann schwimmen die hier bei mir mit 2-4 umher. Kommt nun der Transport, schnappt das mal auf 3-5. Im Zielaquarium mit fremden Bakterienstämmen/ sonstigen Einflüßen geht das dann schon mal auf 4-6. Ab da nimmt es wieder ab wenn sich die Tiere einstellen können. Wären die Tiere bei mir mit 7 oder 8 unterwegs, dann kann das im Zielaquarium auch mal anders aussehen und sie schnappen in die Nähe von 10. Knapp 10 muss dabei nicht bedeuten, das sie tot umfallen. Es reicht wenn sie einem anderen Bakterienstamm nichts entgegenzusetzen haben da ihr Immunsystem schon rudert und diese Bakterien besiedeln den Darm der Garnele oder gar sie selbst. Diese Besiedelung muss noch nicht bedeuten, das sie nun sofort sterben, sie werden sicher noch Monate leben, aber sie sind inaktiver, lethargisch, im Vergleich zu gesunden Tieren. Durch die Besiedelung dieser "bösen" Bakterien, werden diese gefördert. Der ganze Stamm inkl. Junge kann (wird meistens) in Mitleidenschaft gezogen. Jungtiere (Eier) muss es auch nicht mehr geben, die Eier lassen auf sich warten. Man spricht hier von einer schleichenden bakteriellen Infektion.
      Liebe Grüße
      Tom
      Sorry für den Doppelpost aber ich habe keine Möglichkeit gefunden meinen Beitrag zu editieren. Wäre nett wen ein Mod diese beiden zusammenfassen würde.

      Erstmal habe ich eine Sache vergessen zu erwähnen: Alle Angaben ohne Gewähr!

      Aus der von mir aufgestellten Funktion geht dass hervor was ich bereits vorher dachte: Die Zeit bis zum erreichen des Grenzwertes (annähernd) hängt nicht von der Schadstoffzuwachsrate ab, sondern lediglich vom Wasserwechseln. D.h. man kann DURCHAUS Zeitangaben machen, selbst wenn man das Becken und seine Bewohner nicht kennt! Allerding wir der Grenzwert größer.

      Diesen habe ich übrigens mit Vergleich zur geometrischen Reihe nun doch ausgerechner und er beträgt B/W. Kommen also in ein Becken 2 Liter Cola pro Woche und man macht 30% Wasserwechsel pro Woche dann kommt man nach unendlich langer Zeit auf ca. 6,7l Cola im Becken.

      Grüße,
      Joel
      Hallo Joel,

      Birnensalat schrieb:


      Erstmal habe ich eine Sache vergessen zu erwähnen: Alle Angaben ohne Gewähr!

      Grüße,
      Joel


      ich für meinen Teil weis, dass das alles hypothetisch ist. Den wenn man es aufschlüsselt nach "Schadstoffen" müssten wir zuerst auch festlegen was die Schadstoffe genau sind. Das geht nur im Labor mit Wasseranalyse (und meistens nur wenn man ihnen sagt nach was sie testen sollen). Dazu nehmen Pflanzen auch unterschiedlich diese Schadstoffe auf, da sie auch aus Bausteinen des Lebens bestehen. Becken mit viel Bepflanzung laufen meist immer besser, wobei man durchaus auch merkt, das Becken mit dieser oder jener Pflanze effektiver laufen. Ich schiebs mal auf den (Nähr)stoff bedarf der jeweiligen Pflanze.


      Aber dennoch finde ich es interessant :)
      Liebe Grüße
      Tom
      Hey Tom!

      Meine Funktion ist ja unabhängig vom betrachteten Stoff! Man kann daraus schon eine Menge herauslesen wie ich finde. Eine mögliche Anwendung wäre z.b. um damit auszurechnen auf welchen Wert sich Nährstoffe einpendeln bei besstimmter Düngung o.ä. .

      Faustregel mässig kann man aber durchaus sagen dass man mit 50% WW nach 1-2 Monaten stabile Werte bekommt vorausgesetzt natürlich im Becken verändert sich sonst nix (wir wissen ja alle das sich ständig Dinge verändern, man muss halt schon ein bisschen Verstand benutzen und nicht blind den Zahlen vertrauen). Gut lassen sich damit auch Vergleiche anstellen: Ist 2x 25% pro Woche genausogut wie einmal 50%? Kann man ja dann vergleichen für konstantes B. Alles möglich. Die Absolutbeträge dagegen bleiben uns ohne Labor verborgen! Da hast du vollkommen recht!

      Grüße,
      Joel
      Sorry, habe immernoch nicht rausgefunden wie man hier editiert, hmm...

      Aufjedenfall ist mir grade ein Fehler aufgefallen. Der Grenzwert der von mir berechnet wurde gilt nur dann, wenn man die Reihe meiner Funktion von 0 aus laufen lässt, in meinem Bild welches ich hochgeladen habe fange ich aber bei 1 an.

      Grenzwerte:

      k=1: B/W - B
      k=0: B/W

      Bitte beachten. War mir wichtig das zu korrigieren bevor es jemand anderem auffällt. Achja und wobei ich eben die Düngung angesprochen habe: Ich hafte für keinerlei schäden die durch Fehler in meiner Rechnung entstanden sind. Ich hoffe das ganze ist jetzt nicht allzu sehr Off-Topic, dass Thema interessiert mich nämlich wirklich. Ich selber mach übrigens 50% jede Woche. Mit dem WW werden ja nicht nur "Schadstoffe" entfernt sondern auch frische Mineralien und oftmals auch Dünger zugesetzt welche mit der Zeit verbraucht werden. Das ist fast genauso wichtig wie die "Schadstoffe". Auch steigt die Härte und der Leitwert durch Verdunstung, wenn man nicht genug WW macht.
      Hallo,
      ich bin der Reiner, komme aus Krefeld und betreibe seit 15 Jahren intensive Auaristik.
      Habe mich ewig mit Leuten aus diversen Foren rumgeschlagen bezüglich der WW.
      Gerade die Caridinas sind Garnelen fürs Frischwasser.
      Die kommen aus Flüssen wo ständiges Frischwasser garantiert ist.
      Diese haben natürlich einen geringeren LW wie unsere Aquarien, werden mit diesen aber ständig umspült.
      Damit ist die Mineralienversorgung ständig wenn auch klein, aber regelmässig garantiert.
      Den Rest überlass ich Euch, kleiner oder grosser WW??
      LG Reiner
      Olla zusammen

      ich mache in meinen Garnelen Becken jeden 3. Tag 1/3 TWW.
      Ca. 1x im Monat wechsel ich ca. 90% (den Tipp hab ich von meinem Händler des Vertrauens) und fahre damit eigentlich ganz gut.
      Ich teste auch seit ca. einem Monat in 2 Becken die Green Killing Machin (auch vom Händler meines Vertrauens).
      Ob ich nun mit meinen TWW oder mit den Green Killings übertreibe lasse ich mal dahin gestellt da es mir ziemlich Humpe ist.
      Es ist auch für den Menschen nicht Lebenswichtig täglich zu Duschen und im Auto mit Klima Anlage zu fahren, trotzdem tun wirs...
      Also warum bei unseren kleinen Lieblingen geizig sein?
      Wenn ich mich kurz einklinken darf: Ich bin bei der Sache mit dem Grenzwert auf Joels Seite.
      Wieso? Schaut man in die nicht allzu lang zurückliegende Vergangenheit der Aquaristik stößt man in der Fischhaltung unweigerlich auf ein Thema: Altwasser Vs Frischwasser.
      Die Sache mit dem Frischwasseraquarium kam ja erst auf, es gab viele Gegner des frischwassers, weil eben viele auf Altwasser schwörten.
      Jetzt ist die Frage: wie kann das überhaupt klappen mit Altwasser? Nur verdunstetes Wasser auffüllen und wenn überhaupt nur ein paar wenige Liter wechseln? Weil der Grenzwert so wie Joel beschrieben hat irgendwann erreicht ist. Und ab dem Moment tut sich da auch nicht
      mehr viel, solange man nicht plötzlich die Fütterung verdoppelt oder ähnliches.

      Ich habe den Versuch selbst gemacht, mit Neocaridina.
      Neos sind ja wie wir wissen Seegarnelen, und Seen laufen im Prinzip auch auf Altwasser.
      Also Startbesatz von 100 Tieren in ein 54 Liter Becken und den Versuch gestartet.
      Ergebnis des Versuchs war beeindruckend. Den Tieren war's egal, dass sie in Altwasser lebten, die Vermehrung war traumhaft. Irgendwann waren es so viele, dass ich 6 Guppys einsetzte um die Garnelen zu dezimieren. Nach kurzer Zeit gab's dann keine garnelen mehr, dafür sehr viele guppys. War zwar so nicht geplant, aber die Guppys haben sich auch nicht am Altwasser gestört.
      Danach kamen Burma Garnelen ins Becken, ebenfalls kein gezicke.

      Man könnte jetzt sagen, dass Guppys und Neocaridina ja dafür bekannt sind sich "In der kloschüssel" zu vermehren, aber warum ist das so? Zu viele Schadstoffe bringen auch sie um, keine Frage, wenn aber bei angemessener Fütterung sich das Aquarium einpendelt ist das gar kein Thema, weil der Grenzwert irgendwann erreicht ist.

      Altwasser ist natürlich nicht für alle Tiere geeignet, Pintos würde ich da nicht drinne halten wollen, aber hier geht es ja nicht um Bachgarnelen sondern um Wasserwechsel im allgemeinen
      Es grüßt: Bryan aus dem schönen Unterfranken :D
      Hallo Bryan,
      es klappt mit Altwasser so lange bis "die" Grenze erreicht ist, dann klappt es schlagartig nicht mehr. Wo die Grenze liegt hängt an vielen Faktoren. Ich sag mal bei dem einen ist die Grenze nach 2 Monaten erreicht bei den anderen nach 14 Monaten. Dauerhaft Altwasser funktioniert nicht, ich weis es gibt da Verfechter für.
      Wenn du fragst wie das klappen kann: Bei den Halocaridina Rubra klappt es mit nicht füttern, dass man jahrelang nur verdunstetes Wasser auffüllen muss. Wie das bei dir klappt, keine Ahnung, dazu müsstest du viel mehr schreiben wie du was gemacht hast und vor allem welche Werte du erreicht hast, Beckengröße, Bepflanzung, wie viel und was gefüttert ......halt die vielen Parameter die da mitspielen. Eins ist klar, was rein kommt muss wieder raus, den es löst sich nicht in Luft auf und was drin bleibt belastet. Es gibt so unsäglich viele Möglichkeiten warum es bei dir lange klappt und beim anderen nicht . Pflanzen wäre so ein Thema, hast du Arten drin welche aufgeschaukelte Stoffe absorbieren, also größtenteils rausnehmen - wenn das die/der Stoff ist welche die Garnelen kippen lässt -, dann kippt es halt später aufgrund des Stoffs, weil nichts löst sich in nichts auf. Der andere hat keine solchen Pflanzen drin, dann kippt es halt früher da der Stoff sich schneller aufschaukelt. Ich könnte einen Roman schreiben so viele Dinge sind dafür zuständig ob es lang oder kurz funktioniert, eins ist aber ganz sicher, es funktioniert nicht ewig ^^ .
      Liebe Grüße
      Tom